Bei der Einrichtung eines neuen HP OfficeJet Pro 9730e unter Windows 11 hatte ich vor kurzem ein etwas merkwürdiges Problem. Der Drucker ließ sich problemlos installieren, wurde von Windows erkannt und nahm auch Druckaufträge entgegen. Nur ausgedruckt wurde nichts.
Nach einiger Fehlersuche stellte sich heraus, dass der aktuelle HP-Druckertreiber für das Problem verantwortlich war. Eine ältere Version des gleichen Treibers funktionierte dagegen sofort.
Ausgangssituation
Zum Einsatz kam folgende Konfiguration:
| Komponente | Version |
|---|---|
| Betriebssystem | Windows 11, Build 26100.9549 |
| Drucker | HP OfficeJet Pro 9730e |
| Verbindung | LAN |
| Druckertreiber | HP Smart Universal Printing |
| Fehlerhafte Treiberversion | 6.03.1 (6.3.1.4143) |
| Funktionierende Treiberversion | 6.01.1 (6.1.1.3949) |
Der Drucker war über das Netzwerk erreichbar und ließ sich sowohl über die HP-Software als auch über die Windows-Druckerverwaltung installieren.
Beim Drucken verhielt sich das Gerät zunächst völlig normal. Der Druckauftrag wurde angenommen, der Drucker reagierte und Windows entfernte den Auftrag anschließend aus der Warteschlange.
Allerdings wurde keine einzige Seite ausgegeben.
Auch die Windows-Testseite ließ sich nicht drucken.
Drucker und Netzwerk als Fehlerquelle ausschließen
Zunächst habe ich geprüft, ob das Problem überhaupt am Drucker liegt.
Dafür wurden mehrere Tests durchgeführt:
- Eine Testseite direkt aus dem Webinterface des Druckers wurde erfolgreich ausgegeben.
- Der Druck vom Smartphone funktionierte ebenfalls problemlos.
- Der Drucker war über das Netzwerk erreichbar.
- War der Drucker ausgeschaltet, verblieben die Druckaufträge erwartungsgemäß in der Windows-Warteschlange.
- Sobald der Drucker eingeschaltet war, verschwanden die Aufträge wieder, ohne dass etwas ausgedruckt wurde.
Damit war zumindest klar, dass der Drucker grundsätzlich funktionierte und das Problem mit der Verarbeitung der Windows-Druckaufträge zusammenhängen musste.
Auch ein Versuch mit dem Microsoft IPP-Druckertreiber führte zunächst nicht zum gewünschten Ergebnis.
Fehlersuche in der Windows-Ereignisanzeige
In der Ereignisanzeige fanden sich mehrere Fehler, die zeitlich genau zu den fehlgeschlagenen Druckversuchen passten.
Besonders auffällig waren die Ereignisse 1000 (Application Error) und 372 (PrintService).
Ereignis 1000 – Absturz der Druckfilterpipeline
Unter Windows-Protokolle → Anwendung wurde folgender Fehler protokolliert:
Fehlerhafter Anwendungsname: printfilterpipelinesvc.exe
Fehlerhaftes Modulname: KERNELBASE.dll
Ausnahmecode: 0xc0000005
Fehlerhafter Anwendungspfad:
C:\WINDOWS\system32\printfilterpipelinesvc.exe
Fehlerhafter Modulpfad:
C:\WINDOWS\System32\KERNELBASE.dll
Die Datei printfilterpipelinesvc.exe gehört zur Windows-Druckfilterpipeline. Dieser Prozess wird unter anderem verwendet, um Druckdaten über die entsprechenden Treiberkomponenten aufzubereiten.
Der Ausnahmecode 0xc0000005 steht für eine Speicherzugriffsverletzung.
Der Prozess stürzte bei den Druckversuchen wiederholt ab.
Ereignis 372 – Fehler beim Drucken
Parallel dazu meldete der Windows-Druckdienst:
Das Dokument konnte nicht auf dem Drucker
HP OfficeJet Pro 9730 Series (Netzwerk)
gedruckt werden.
Datentyp: RAW
Größe der Spooldatei in Bytes: 235767
Anzahl der gedruckten Bytes: 235767
Gesamtanzahl der Seiten des Dokuments: 1
Anzahl der gedruckten Seiten: 0
Vom Druckprozessor zurückgegebener
Win32-Fehlercode: 1726
Der Remoteprozeduraufruf ist fehlgeschlagen.
Interessant war hierbei, dass Windows die komplette Größe der Spooldatei als gedruckte Bytes meldete, gleichzeitig aber keine einzige gedruckte Seite protokollierte.
Der Fehlercode 1726 deutet auf einen fehlgeschlagenen RPC-Aufruf hin. In Verbindung mit dem Absturz von printfilterpipelinesvc.exe lag die Vermutung nahe, dass nicht die Netzwerkverbindung zum Drucker, sondern eine Komponente der lokalen Windows-Druckverarbeitung das Problem verursachte.
Fehler über PowerShell auslesen
Die entsprechenden Ereignisse lassen sich auch direkt über PowerShell auslesen.
Für die PrintService-Fehler:
Get-WinEvent -FilterHashtable @{
LogName = 'Microsoft-Windows-PrintService/Admin'
Id = 372
} -MaxEvents 5 |
Format-List TimeCreated, Message
Für die Abstürze der Druckfilterpipeline:
Get-WinEvent -FilterHashtable @{
LogName = 'Application'
Id = 1000
} -MaxEvents 30 |
Where-Object {
$_.Message -match 'printfilterpipelinesvc.exe'
} |
Format-List TimeCreated, Message
Damit lässt sich feststellen, ob der Druckfilterprozess auch bei anderen betroffenen Installationen abstürzt.
Ursache: HP Smart Universal Printing
Bei der weiteren Recherche fand ich vergleichbare Fehlerberichte zu anderen aktuellen HP-OfficeJet-Modellen.
Dort wurde ebenfalls ein Absturz der Windows-Druckfilterpipeline in Verbindung mit dem HP Smart Universal Printing Driver beschrieben.
Besonders interessant war dabei ein Hinweis auf die unterschiedlichen Treiberversionen.
Die neuere Version 6.03.1 (6.3.1.4143) verursachte bei einem vergleichbaren Gerät Probleme, während die ältere Version 6.01.1 (6.1.1.3949) funktionierte.
Da der Fehler praktisch identisch war, habe ich die ältere Treiberversion ausprobiert. Gefunden habe die Lösung auf dieser Seite hier: https://h30434.www3.hp.com/t5/Printing-Errors-or-Lights-Stuck-Print-Jobs/HP-OfficeJet-Pro-8130e-Windows-11-Print-jobs-passes-through/td-p/9718228
Dort hat jemand das gleiche Problem gehabt, und hat sich einen älteren Treiber heruntergeladen. Der Link zu HP funktioniert nicht mehr, er hat aber auf eine Treiber-Download-Seite verwiesen. Normalerweise meidet man solche Seiten, die Checksumme und auch ein Scan auf Virustotal kannte die Treiber-Datei und hat nix negatives gemeldet, die Signatur der Treiber-Datei war ebenfalls korrekt von HP.
Lösung: Älteren HP-Treiber installieren
Nach der Installation des älteren HP Smart Universal Printing Drivers in Version 6.01.1 funktionierte der Drucker sofort.
Die Windows-Testseite wurde korrekt ausgegeben und auch weitere Druckaufträge ließen sich anschließend problemlos drucken.
Es waren keine zusätzlichen Änderungen am Drucker, am Netzwerk oder an Windows notwendig.
Die zuvor aufgetretenen Fehler beim Drucken waren damit behoben.
Die getesteten Treiberversionen im Vergleich:
| Treiberversion | Ergebnis |
|---|---|
| HP Smart Universal Printing 6.03.1 | Kein Ausdruck, Druckfilterpipeline stürzt ab |
| HP Smart Universal Printing 6.01.1 | Druck funktioniert |
Es handelt sich damit offenbar um eine Regression beziehungsweise eine Inkompatibilität in der neueren HP-Treiberversion.
Die eigentliche fehlerhafte Komponente innerhalb des Treiberpakets habe ich nicht weiter untersucht.
Installierten Druckertreiber überprüfen
Wer ein ähnliches Problem hat, kann die installierten Druckertreiber über PowerShell auslesen:
Get-Printer |
Format-Table Name, DriverName, PortName -AutoSize
Die vorhandenen HP-Treiber lassen sich wie folgt anzeigen:
Get-PrinterDriver |
Where-Object Name -match 'HP' |
Format-Table Name, MajorVersion, InfPath -AutoSize
Die tatsächliche Treiberversion lässt sich außerdem über die Druckerservereigenschaften von Windows beziehungsweise die Eigenschaften der zugehörigen Treiberdateien kontrollieren.
Wichtig ist, dass Windows oder die HP-Installationssoftware den funktionierenden Treiber nicht direkt wieder durch die fehlerhafte Version ersetzt.
Fazit
In diesem Fall war weder der Drucker selbst noch die Netzwerkverbindung das Problem.
Obwohl Windows die Druckaufträge scheinbar vollständig abarbeitete und der Drucker darauf reagierte, kam kein Ausdruck zustande. Erst die Fehler in der Windows-Ereignisanzeige lieferten einen konkreten Hinweis auf die Ursache.
Letztendlich reichte es aus, den aktuellen HP Smart Universal Printing Driver durch eine ältere Version zu ersetzen.
Dass ausgerechnet ein neuer HP-Drucker mit dem aktuellen HP-Treiber nicht funktioniert, während ein älterer Treiber das Problem sofort behebt, ist schon etwas ärgerlich.
Wer bei einem HP OfficeJet Pro unter Windows 11 das gleiche Verhalten feststellt, sollte deshalb vor einer aufwendigen Neuinstallation von Windows oder der kompletten Druckerverwaltung zunächst die verwendete HP-Treiberversion kontrollieren.
Gerade die Kombination aus PrintService 372, Win32-Fehler 1726 und einem Absturz von printfilterpipelinesvc.exe ist dabei ein guter Anhaltspunkt.
Disclaimer
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von dieser KI gemacht, von der gerade alle reden und die den RAM so teuer macht…

